Wirtschaft

Die Digitalisierung der Medizin ist der aktuelle Trend in der Gesundheitsbranche.
Sie möchte das Thema Arzneimittelinformation in den Vordergrund rücken und für Ärztinnen und Ärzte, Pflegende sowie andere Berufsgruppen sichtbar machen: Dr. rer. nat. Claudia Mildner ist Fachapothekerin für Klinische Pharmazie, Praktischer Betriebswirt für Pharmazie (WDA) und Kongresspräsidentin des Kongresses für Arzneimittelinformation. Sie sieht in evidenzbasierten Informationen einen signifikanten Beitrag zur Arzneimitteltherapie und somit zu Patientensicherheit, Qualität und auch Wirtschaftlichkeit der Behandlung. Moderne Technologie leiste hier wichtige Unterstützung.

Seit 2018 ist Dr. Mildner Vorsitzende des Ausschusses für Arzneimittelinformation des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA). Im Arbeitsalltag verantwortet sie das Themengebet Arzneimittelinformation in der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz. In ihrer täglichen Praxis kommt das digitale Medikations-Tool Lexicomp zum Einsatz.

„Im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) ist vorgesehen, dass der/die Krankenhausapotheker:in die Verschreibungen vidiert und so zur Sicherheit beiträgt, erklärt Mildner. „Für diese Vidierung benötigen wir rasch aktuelle, verlässliche Informationen.“ Im Vergleich zu analogen Angeboten zur wissensbasierten Entscheidungsfindung – oft veraltet und schwer zugreifbar – sind digitale Arbeitsmittel ganz klar vorzuziehen, unterstreicht die Expertin. „Insbesondere Lexicomp hat sich hier als umfassendes Kompendium zu verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Arzneimitteln etabliert.“

So bietet die digitale Arzneimittelreferenz einfach und bequem Zugriff auf etwa die Interaktionsprüfung und Informationen zu Nebenwirkungen. „Damit erkennen wir etwa bei Schwangeren schnell, ob ein geplantes Medikament überhaupt einsetzbar ist“, so Dr. Mildner. Ein weiteres Einsatzgebiet bildet die Beratung für Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegende, insbesondere in komplexeren Fällen. Da inzwischen Stationsapotheker:innen auch die Anamnese durchführen, ist bei ihnen die Komponente Lexi-Interact zur Unterstützung des Arbeitsplatzsystems äußerst willkommen. Die Medikamentenherstellung – mit Fokus auf Trissel’s – und die Entlassmedikation sind ebenfalls Gebiete häufiger Anwendung.

Von den rund 20 Datenbanken und Features in Lexicomp kommen bevorzugt Interact, Drug Comparison zur Vorbereitung der Sitzungen der Arzneimittelkommission, Trissel’s sowie Briggs zur Verwendung. Die Pharmazeutin erklärt die Breite des Zugriffs: „Bei der Prüfung des Nebenwirkungspotenzials ergeben sich zum jeweiligen Arzneimittel Treffer in den verschiedenen Datenbanken“. Als illustratives Beispiel beschreibt sie einen Patienten mit mehr als 20 Medikamenten; es stellte sich die Frage, welches von diesen mit welcher Häufigkeit Meteorismus auslöst. Dr. Mildner: „Lexicomp bot hier mit einer einfach gestalteten strukturierten Suche rasch die passende Antwort.“

Valide, vertrauenswürdige Evidenz dank eines kompetenten Redaktionsteams: Das ist die essentielle Voraussetzung für ein Arzneimittelinformationssystem, betont Dr. Mildner. Bei allen Einträgen muss eine verlinkte Literaturangabe vorliegen, damit Nutzer die Aussagen nachvollziehen können. Ein vergleichbar rigoroser Redaktionsprozess liegt auch UpToDate zugrunde. Das System zur Unterstützung der klinischen Entscheidungsfindung ist in deutschen Universitätskliniken und Krankenhäusern längst etabliert. Im Zusammenspiel mit Lexicomp kann somit die klinische und medikationsspezifische Entscheidungsfindung entlang der „Patient Journey“ zusammengeführt werden.

Das Fazit der Krankenhausapothekerin lautet: Die digitale Arzneimittelreferenz Lexicomp trägt zur Beschleunigung und Erhöhung der Präzision bei der Therapiefestlegung, zur Vermeidung von Medikationsfehlern und Verbesserung der Patientensicherheit bei. Ebenso zu nennen sind die Erhöhung der Behandlungsqualität und die Reduzierung der Kosten durch richtige Entscheidungen.

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