Eine heute in Psychological Medicine publizierte randomisierte kontrollierte Studie (RCT) belegt eine signifikante und klinisch relevante Reduktion der ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen durch die digitale Therapie „attexis“1. Forschende von GAIA untersuchten gemeinsam mit dem Universitätsklinikum des Saarlandes, dem Universitätsklinikum Mainz, dem Universitätsklinikum Bonn, der Universität zu Lübeck und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die Wirksamkeit der digitalen Intervention, die bereits dauerhaft im DiGA-Verzeichnis gelistet ist. Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund einer anhaltenden Unterversorgung von Erwachsenen mit ADHS in Deutschland und Europa von besonderer Relevanz.

An der RCT nahmen 337 Erwachsene ab 18 Jahren mit gesicherter ADHS-Diagnose teil. Nach dreimonatiger Anwendung von attexis zusätzlich zur üblichen Behandlung (TAU) wurde in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung der Schwere der ADHS-Symptome beobachtet (siehe Grafik). Darüber hinaus zeigte sich in der Gruppe der attexis-Nutzenden eine signifikante und klinisch relevante Verbesserung des sozialen und beruflichen Funktionsniveaus sowie des Selbstwertgefühls. Darüber hinaus stieg die Lebensqualität und depressive Symptome verringerten sich. Besonders bemerkenswert ist, dass die digitale Therapie eine ähnlich gute Wirkung wie die persönliche Psychotherapie bei ADHS zeigt und von den Anwender:innen gut angenommen wird.

Dr. Gitta Jacob, Psychologische Psychotherapeutin und Leiterin der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei GAIA, sagt: „Die Veröffentlichung unserer RCT in Psychological Medicine ist für uns ein wichtiger Meilenstein in der ADHS-Forschung. Die Ergebnisse liefern belastbare klinische Evidenz dafür, dass digitale verhaltenstherapeutische Interventionen Erwachsenen mit ADHS eine wirksame Behandlung ermöglichen können, die von Betroffenen auch gut angenommen wird. Besonders freut mich, dass wir damit einen Beitrag leisten, die Versorgungslücke für Betroffene zu schließen.”

attexis basiert auf kognitiv-verhaltenstherapeutischen und achtsamkeitsbasierten Techniken. Das therapeutische Programm vermittelt Psychoedukation und therapeutische Strategien in dialogischer Form. Diese Dialoge werden ergänzt durch Selbstbeobachtungs- und Erinnerungsfunktionen. Als selbstgesteuerte Intervention lässt sich das therapeutische Programm in bestehende Behandlungspläne integrieren.

ADHS im Erwachsenenalter stellt für die Betroffenen eine erhebliche Belastung dar. Verschiedene Aspekte der Funktionsfähigkeit können beeinträchtigt sein, von der beruflichen Leistungsfähigkeit bis hin zu zwischenmenschlichen Beziehungen. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa 2 Millionen Erwachsene an ADHS. Die Anzahl der Erstdiagnosen bei Erwachsenen ist seit 2015 um das Dreifache gestiegen.2 Dennoch bleibt die Störung im Erwachsenenalter häufig unerkannt oder unzureichend behandelt. Register- und Krankenkassendaten zeigen, dass nur ein Teil der diagnostizierten Erwachsenen leitliniengerecht versorgt wird. Psychosoziale Interventionen – insbesondere kognitive Verhaltenstherapie (KVT) – werden in Leitlinien empfohlen, sind jedoch wegen begrenzter Therapieplätze, langer Wartezeiten und fehlender Spezialisierung vielerorts kaum verfügbar.

Auf Basis der positiven Studiendaten wurde attexis bereits im August 2025 vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als erste digitale ADHS-Therapie für Erwachsene dauerhaft in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen. Damit ist das therapeutische Programm von Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen verordnungsfähig, die Kosten werden von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. attexis wird in Deutschland von Medice vermarktet.

Über GAIA
GAIA ist weltweit führend in der Entwicklung evidenzbasierter digitaler Therapiesysteme, die Patient:innen sowie Ärzt:innen und Versicherern bereits seit vielen Jahren zugutekommen. Zur Produktpalette gehören zahlreiche innovative Therapien für psychische Erkrankungen, aber auch andere Indikationsbereiche wie z.B. Rheuma, MS und Rückenschmerzen.

Dafür vereint GAIA seit über 25 Jahren wissenschaftliche, technologische und therapeutische Kompetenz unter einem Dach. Ziel ist es, möglichst viele Menschen bei der Wiederherstellung und Erhaltung psychischer und physischer Gesundheit zu unterstützen und so ihre Lebensqualität und ihr Wohlbefinden zu erhöhen. Das Expert:innen-Team von GAIA konnte bereits in über 30 RCTs und Metaanalysen bestätigen, dass die Produkte dieses Ziel erreichen. GAIA ist das 48. Mitglied im Verband der Forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Unter den vfa-Mitgliedern ist GAIA das erste Unternehmen, das ausschließlich digitale Anwendungen erforscht und entwickelt.

www.gaia-group.com

1 https://doi.org/10.1017/S0033291726103390
2 Ivanova M, Holstiege J, Akmatov MK, Müller D, Kohring C. The Incidence of AD(H)D-Spectrum Disorders in Adults. Dtsch Ärztebl. 2025;122. doi:10.3238/arztebl.m2025.0167

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